Trigami – Jetzt geht es los!

Nach den ganzen Diskussionsrunden Anfang des Jahres habe ich ja nur darauf gewartet, daß soetwas hier passiert. Die Lunte war ja schon an das ganze Ding gesteckt, bis jetzt fehlte nur noch der Funke, um die Diskussion ins Uferlose zu verlagern. Aber nun ist er in Form der PokerStrategy Pokerschule da und der moralische Hebel ist scheinbar ein Stück länger geworden.

Bisher ging es vornehmlich um die Frage, ob man sich in seinem eigenen Blog für Beiträge über die Produkte von Firmen bezahlen lassen darf – Auch, wenn es da keinerlei kreative und inhaltliche Einschränkung seitens Trigami gibt. Moralisch gesehen für mich persönlich keine große Frage: Kann man vielleicht machen, solange auf den werblichen Charackter hingewiesen wird. Über die Folgen soll sich jeder bitte selbst Gedanken machen.
Ob ich allerdings meine mühsam erstellten Texte über gesellschaftliche Themen und die liebevoll recherchierten Artikel über Mac-Freeware neben bezahlte Wörter stellen würde, ist eine andere Frage. Ich glaube, ich würde es nicht tun, das käme mir einfach unschick vor.

Wie eben schon angedeutet, hat sich die Diskussion aber nun ein wenig erweitert, dank einer mutmasslichen Massenmail-Aktion über die Mailer-Funktion von Blogscout.de im März. Dort wurde für PokerStrategy geworben und es entspann sich eine streckenweise sehr unschöne bis bezeichnend harte Diskussion. Ebendiese Pokerschule namens PokerStrategy soll nun von einigen Bloggern aus dem Trigami Netzwerk unter die Lupe genommen werden und natürlich darüber Blog-Einträge verfasst werden. Das hat Stoibär gemacht und jetzt fegt ihm von vielen Seiten der Wind recht hart ins Gesicht, weil er ja über einen Dienst schreibt, dessen Name vorher in einer etwas delikateren Angelegenheit aufgetaucht ist.

Selbst das macht für mich das Konzept hinter Trigami nicht verwerflicher, ebenso kratzt es nur sehr bedingt an Stoibärs Image – Aber es zeigt ganz andere, viel schwerwiegendere Probleme:
Wenn ich mir die angebotenen Kampagnen hier ansehe, dann wäre eigentlich nichts dabei, zudem ich eine fundierte Ansicht entwickeln könnte. Jedes Wort darüber müsste ich mir aus dem Kopf quetschen und ich fürchte, kaum einer, der meine anderen Texte hier liest, wird mir das abnehmen. Das sähe vielleicht anders aus, wenn es um Musik-Plattformen, Buchseiten oder Software-Portale ginge, aber z.B. zu PokerStrategy oder einem Spielzubehör-Shop könnte ich einfach nichts sagen.
Natürlich kann man jetzt anfügen, daß gerade die Unwissenheit über die Materie ja den Reiz für den Auftraggeber ausmacht, aber als Produkttester können sie mich auch so befragen und mir Geld dafür geben – Auch ganz ohne Blogeintrag.

Dazu kommt, daß mir einfach nicht wohl bei dem Gedanken wäre, mein Blog mit finanzierten Inhalten zu füllen. Wie gebe ich das bei der Steuer an? Wie sieht es da – Don Alphonso weist mit Recht darauf hin – mit der geänderten Rechtspflicht meines Blogs aus? Müsste ich das Impressum ändern? Vielleicht sogar alles über die Firma laufen lassen? Was ist, wenn mir ein Konkurrent der betreffenden Firma ans Bein pinkeln möchte?
Ehrlich, ich weiß das auch nicht, aber vielleicht sollte man den Themenkomplex auch erst einmal klären, bevor man vom schlichten Meinungsschreiben zu bezahlter Meinung übergeht.

[Update]
Eine weitere Meta-Meinung gibt es bei Endl. Die Blogpiloten beleuchten eher das Juristische. Wohingegen Don Alphonso auf rebellmarkt den Sack und den Sarg zumachen möchte.

← Vorheriger Beitrag

Nächster Beitrag →

4 Kommentare

  1. „Das sähe vielleicht anders aus, wenn es um Musik-Plattformen, Buchseiten oder Software-Portale ginge, aber z.B. zu PokerStrategy oder einem Spielzubehör-Shop könnte ich einfach nichts sagen.“

    Musst du ja auch nicht… wenn man Angebote für unpassende Aufträge bekommt, lehnt man halt ab. Und was PokerStrategy angeht, kann man ja auch entweder ablehnen – oder halt, wenn’s einem nicht gefällt, einen (negativen) kritischen Beitrag schreiben.

  2. Das ist mir schon klar gewesen. ich wollte nur darauf hinaus, daß meisten der für Trigami schreibenden Blogger eher wenig mit der angeschauten Sache zu tun haben. Was einfach das Ergebnis etwas schlechter macht finde ich, egal, ob das negativ oder postiv ist
    Ganz kanpp gesagt: Ich will in einer Autozeitung auch nichts über den neuen Desktop-Ansatz von Apple lesen, da unterstelle ich eh weniger Ahnung von der Materie.
    Was bleibt dann also, wenn man Aufträge von denen annimmt? Eine mehr oder weniger qualifizierte Meinung zu einem Produkt. Das Ganze zielt doch – bei genauerer Betrachtung – mehr darauf ab, möglichst oft den Produktnamen ins Web zu bringen, also die Breitenstreuung ohne viel Aufwand zu erhöhen. Meine Meinung jedenfalls.

  3. ich texte für swissfranks fast alles. die firmen[kunden]müssen dich und deinen blog aber erst akzeptieren. ma kieken, werde mich mal eine zeit lang bewerben, dann sehen wir weiter.

  4. @lokalreporter: ich bin gespannt, was deine erfahrungen da dann sind…

Schreibe einen Kommentar